Lohnt sich ein Bausparvertrag für mich?

Wenn du so weit bist, dass du auf deinem Girokonto, über das deine monatlichen Transaktionen laufen, einen Puffer hast (falls etwas zu früh abgebucht wird oder du eine Buchung vergessen hast) und einen Notgroschen für mindestens drei Monate an einem leicht zugänglichen Ort (wie einem Tagesgeldkonto) hast, dann kannst du dich so langsam deinen Zielen zuwenden. Für viele von uns, mich eingeschlossen, ist eins dieser Ziele der Erwerb oder Bau eines Eigenheims.

Wie die meisten vermutlich schon wissen, verliert unser erspartes Geld dank Inflation jährlich an Wert, was die Zinsen auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto nicht mehr ausgleichen. Umso mehr lohnt sich also eine Überlegung, wie wir mehr aus unseren Ersparnissen herausholen können. Eine Möglichkeit, die den meisten zumindest vom Namen nach schon bekannt ist, ist ein Bausparvertrag.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Mit einem Bausparvertrag sicherst du dir zunächst einmal einen bestimmten Zinssatz für einen Immobilienkredit. Das bedeutet, wenn du heute einen Bausparvertrag über eine Summe von 100.000 Euro mit einem Zinssatz von x% abschließt, dann musst du definitiv nur x% Zinsen auf die der Bank geschuldete Summe zahlen, selbst wenn der Zinssatz dann, wenn du bauen oder kaufen willst, schon wieder höher wäre. Gleichzeitig bekommst du auf deine Ersparnisse Sparzinsen: Bevor du den Kredit nämlich in Anspruch nehmen kannst, musst du einen gewissen Teil der Bausparsumme (oft 50%, also in unserem Beispiel 50.000 Euro) ansparen. Darauf bekommst du oft staatliche Förderung, z.B. in Form der „Wohnbauprämie“ (8,8%). Die gilt allerdings nur bis zu einer jährlichen Einzahlung von 512 Euro – was du über 43 Euro monatlich einzahlst, wird also nicht mit 8,8% verzinst, sondern dient nur dazu, deine Sparsumme zu erreichen, damit du den gesicherten Kredit in Anspruch nehmen kannst. Um zu sehen, ob sich das lohnt, musst du die Abschlussgebühr (das Geld, was du beim Abschluss eines Bausparvertrags für den Aufwand der Bank usw. zahlen musst) gegenrechnen.

Dein Geld kannst du nur für Immobilien verwenden – wenn dir also nach dem Ansparen der 50.000 klargeworden ist, dass du damit doch lieber die Welt bereisen statt ein Haus anzahlen willst, sind deine Zinsen wieder futsch. Deshalb solltest du immer überlegen, ob du a.) definitiv eine Immobilie kaufen, bauen oder renovieren möchtest und b.) ob du das Geld, was du monatlich in den Bausparvertrag einzahlen willst, auch wirklich entbehren kannst. Denn wenn du nach einer gewissen Zeit feststellst, dass du dieses Geld jetzt dringend brauchst, verlierst du auch wieder alle Zinsen und hättest das Geld lieber auf ein Tageskonto legen sollen (deswegen wird ja immer zur Bildung eines Notgroschens geraten, bevor man investiert).

Eine Ausnahme sind Bausparverträge für Leute unter 25 Jahren: Wenn du beim Abschluss des Bausparvertrags jünger als 25 bist, darfst du die Wohnbauprämie (und darüber hinaus erhaltene Bonuszinsen, die manchmal angeboten werden) behalten, auch wenn du das Geld nicht für eine Immobilie einsetzt.

Also – lohnt sich das?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Für Leute unter 25 ist es meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit, mit dem Sparen und Investieren anzufangen (so habe ich es auch gemacht) – so tolle Zinsen (bis zum jährlichen Betrag von 512 Euro) bekommt man anderswo selten. Wenn du überlegst, mit einem Bausparvertrag wirklich auf eine Immobilie (oder Renovierung) zu sparen, solltest du Alternativen prüfen: ja, 43 Euro monatlich sind super verzinst, aber bei einer Sparsumme von 50.000. oder mehr wirst du vermutlich deutlich mehr pro Monat einzahlen, was dann keine Zinsen einbringt. Das, zusammen mit der Abschlussgebühr, solltest du mit anderen Möglichkeiten wie z.B. Festgeld vergleichen. Unklar ist auch immer, wie sich die Zinsen für Immobilienkredite in den nächsten Jahren entwickeln werden. Momentan sind die Zinsen niedrig, das ist gut für den Abschluss eines Bausparvertrags – aber es lohnt sich nur wirklich, wenn in den kommenden Jahrzehnten die Zinsen wieder steigen! Du musst also abwägen und die richtige Strategie für deine eigene Situation suchen. Denk übrigens auch hier daran, dass du nicht verpflichtet bist, bei deiner eigenen Bank zu bleiben – eine andere hat vielleicht ein besseres Angebot!

Du findest online eine Fülle von Artikeln (auch mit verschiedener Meinung!) zum Thema Bausparen, wenn du dich weiter informieren möchtest. Interessierten kann ich übrigens auch hier wieder das Video von Finanzfluss empfehlen, das eine verständliche Einführung in das Thema gibt.

Wie stehst du zu Bausparverträgen?

Ein Gedanke zu “Lohnt sich ein Bausparvertrag für mich?

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