Lesenswerte Klassiker II: Medea

Ich möchte auf diesem Blog ja gerne ab und zu sogenannte Klassische Literatur vorstellen und empfehlen (hier geht es zum ersten Teil der Reihe). Man bekommt diese Bücher oft für wenige Euro oder Cent und kriegt dafür meist (mehrere Stunden) Unterhaltung, die ganz neue Einblicke gewährt und zum Nachdenken anregt. Heute schreibe ich über einen echten Klassiker, nämlich ein antikes Werk: die Medea, eine Tragödie von Euripides. Das Drama zeigt, wie sich eine kluge Frau für ein ihr angetanes Unrecht rächt (und zwar auf ziemlich grausame Weise – ja, das gab es auch schon vor Game of Thrones!).

Kurz zur Vorgeschichte: Jason und die Argonauten müssen das Goldene Vlies besorgen. Das gelingt ihnen nur, weil Aphrodite Medea, die Tochter des Königs, der das Vlies besitzt, in Jason verliebt macht. Medea hilft den Argonauten, dafür nimmt Jason sie mit nach Hause (nach Iolkos) und macht sie zu seiner Frau. Die beiden bekommen zwei Kinder und müssen schließlich fliehen, weil Medea für den Tod des dortigen Herrschers sorgt. In Korinth haben sie eine neue Heimat gefunden und sind (dank Medea) offenbar auch beliebt.

Doch jetzt ist etwas geschehen, was auch heute ein bekanntes Thema ist: Jason hat Medea für eine Jüngere verlassen (genauer: die Prinzessin – denn durch die neue Hochzeit bekommt er nicht nur Reichtümer, sondern auch den Thron in Korinth). Medea ist außer sich vor Wut, dass er sie und ihre Kinder so im Stich lässt, nachdem sie alles für ihn aufgegeben hat.Ihr drohen nun Not und Armut, wenn sie nicht Geld von Jason annimmt – und das lässt ihr Stolz nicht zu. Aber Medea ist keine Frau, die sich ein Unrecht gefallen lässt. Sie denkt sich einen brutalen Racheplan aus. Da sie mindestens doppelt so schlau ist wie ihre (männlichen) Gegenspieler, gelingt es ihr, sie alle mit List zu täuschen und ihre Rache Stück für Stück vorzubereiten – bis sie schließlich in ihrer Wut so weit kommt, dass sie Gefahr läuft, sich selbst mehr als ihre Gegner zu verletzen.

Die Medea bekommst du in Übersetzung z.B. kostengünstig vom Reclamverlag (auch gebraucht!), außerdem gibt es eine Kindle-Version. Lass dich von der etwas ungewohnten Sprache nicht gleich abschrecken – auch in antiker Literatur geht es um dieselben menschlichen Probleme und Gefühlslagen wie heute, in diesem Fall um Liebe, Trennung, unbändige Wut, Verzweiflung, Rache, List, Grausamkeit, Trauer, Reue…Übrigens ist auch die Abhängigkeit der Frauen ein Thema: Die Figur der Medea äußert so scharfe Kritik an der (damaligen) Rolle der Frau, dass es die Zuschauer vermutlich ziemlich schockiert haben dürfte 😉 Reinlesen lohnt sich!

Was liest du momentan? Oder hast du ein anderes (sparsames) Hobby, das dein Leben wirklich bereichert?

2 Gedanken zu “Lesenswerte Klassiker II: Medea

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