„Sparen kann ich später, wenn ich mehr Geld habe“

Kommt dir dieser Gedanke vielleicht bekannt vor? Mir schon 😉 Irgendwie denken wir immer, dass wir an einem magischen Punkt plötzlich genug Geld haben und damit dann auch umsichtig umgehen werden, statt bloß immer mehr auszugeben und immer mehr zu wollen. Guck dich vielleicht einmal in deinem Umfeld um – wirken die, die mehr Geld als du haben, so, als wären sie komplett zufrieden, hätten genug Geld zum Sparen und für ein angenehmes Leben? Vermutlich eher nicht. Natürlich ist klar, dass du, wenn du vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung hast, meist keine Riesensummen sparen kannst. Trotzdem würde ich dir raten, schon jetzt mit dem monatlichen Sparen anzufangen, selbst wenn es sich um fünf Euro handelt. Einmal abgesehen von der Frage, ob und wann du tatsächlich mehr Geld im Leben haben wirst, sprechen dafür zwei gewichtige Gründe:

1. Wer kein kleines Einkommen verwalten kann, kann auch kein großes verwalten: Deine Geldprobleme werden in der Regel nicht plötzlich alle gelöst* und dein Verhalten ändert sich nicht plötzlich, wenn du mehr Geld zur Verfügung hast – im Gegenteil, dein Lebensstandard wächst mit. Es ist also sehr vernünftig, von Anfang an einen Teil des Einkommens zu sparen und nicht einfach impulsiv Geld auszugeben. Dann hast du nicht nur schon einmal vorgesorgt, sondern bist auch bereits an einen guten Umgang mit Geld gewöhnt. Unter deinen Verhältnissen zu leben und monatlich etwas für die Zukunft beiseite zu legen, ist dir dann schon in Fleisch und Blut übergegangen.

2. Du lässt dir sonst die Magie des Zinseszins entgehen: Ich habe im letzten Post darüber gesprochen, dass es sinnvoll ist, Geld anzulegen – nicht zuletzt, um der Inflation entgegenzuwirken. Wenn du nun die Zinsen, die du für dein investiertes Geld bekommst, nicht gleich ausgibst, steigt dein Vermögen exponentiell an: deine Zinsen bekommen Zinsen, sodass dein Geld sich immer weiter vermehrt. Im Zinseszinsrechner von Finanzfluss kannst du das selbst einmal ausprobieren. Nur ein Beispiel: Wenn ich ohne irgendein Startkapital mit 25 anfange, monatlich nur 10 Euro zu investieren, habe ich mit 60 Jahren bei einem Zinssatz von 5% ganze 11.408,26 Euro, obwohl ich nur  4.200,00 Euro gespart habe – der Rest (7.208,26 Euro), also weit über die Hälfte, sind Zinsen und Zinseszinsen! Wenn ich stattdessen mit 40 anfange und bis 60 denselben Betrag einzahle, muss ich monatlich etwa 17,50 Euro sparen und bekomme für dieselbe Sparsumme nicht einmal die Hälfte der Zinsen (3.023,06 Euro)!

Bei einem Zinssatz von 5% Monatliche Ein-
zahlung von 10
Euro ab dem
Alter von 25
Monatliche Ein-
zahlung von 17,50
Euro ab dem
Alter von 40
Anlagezeitraum 35 Jahre 20 Jahre
Einzahlungen   4.200,00 Euro   4.200,00 Euro
Zinsen   7.208,26 Euro   3.023,06 Euro
Endkapital im Alter von 60 11.408,26 Euro   7.223,06 Euro

Legst du dein Geld mit kaum Risiko an und hast deswegen einen niedrigeren Zinssatz, ist der Effekt weniger stark, aber dennoch beachtlich: Bei einem Zinssatz von 3% hättest du, wenn du wieder ab dem Alter von 25 Jahren 10 Euro monatlich einzahlst, mit 60 immer noch 7.434,18 Euro (also 3.234,18 Euro Zinsen und Zinseszinsen) – wenn du erst mit 40 anfängst und dieselbe Summe einzahlst (d.h. wieder 17,50 Euro monatlich), bekommst du nur noch 1.559,65 Euro Zinsen.

Bei einem Zinssatz von 3% Monatliche Ein-
zahlung von 10
Euro ab dem
Alter von 25
Monatliche Ein-
zahlung von 17,50
Euro ab dem
Alter von 40
Anlagezeitraum 35 Jahre 20 Jahre
Einzahlungen   4.200,00 Euro   4.200,00 Euro
Zinsen   3.234,18 Euro   1.559,65 Euro
Endkapital im Alter von 60   7.434,18 Euro   5.759,65 Euro

Kurz gesagt: Je früher du anfängst, desto mehr arbeitet der Zinseszinseffekt für dich!

Schon ab jetzt monatlich Geld zu sparen, selbst wenn es sich um kleine Summen handelt, ist also sehr vorteilhaft: Du übst dich nicht nur im Umgang mit Geld, sondern nutzt auch den Zinseszinseffekt, um dein Vermögen zu vermehren statt von der Inflation verzehren zu lassen. Wenn wir ehrlich sind, können auch die meisten von uns eine Sparrate von monatlich 10 Euro (oder mehr!) verkraften. Denn wir haben nicht deshalb Probleme, etwas zu sparen, weil wir nur genug für die Deckung unserer Grundbedürfnisse haben. Eher denken wir, wenn wir mal wieder einer Dekokerze, DVD, einem Buch, Süßigkeiten oder Schuhen (oder was auch immer dich verlockt!) nicht widerstehen können: „Sparen kann ich später – das bisschen lohnt sich ja eh nicht.“ Das stimmt nur nicht!

Lasst uns alle ein bisschen mehr in unsere Zukunft und ein bisschen weniger in Deko, Entertainment, Kleidung oder Genussmittel investieren 🙂

Das Internet bietet zudem eine Fülle von Tipps, um im Alltag Geld zu sparen: Auf meinem Blog findest du auch schon Spartipps, mit denen du günstiger an Bücher und Kleidung kommen kannst – ich selbst bemühe mich nämlich auch darum, schon als Studentin monatlich etwas zu sparen.

Wie steht es mit dir: Sparst du schon heute?


* Wenn du in der Tat in einer finanziell schweren Situation bist, bezieh das Gesagte bitte nicht auf dich – dann ist natürlich klar, dass mehr Geld deine Existenzsorgen lösen würde!

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