Wie mache ich mehr aus meinem Geld?

Eine der wichtigsten Fragen, wenn du dein Geld bestmöglich nutzen möchtest, ist: Wie mache ich mehr aus meinem ersparten Geld? Denn das ist neben dem Vergrößern deiner Einnahmen und dem Verkleinern deiner Ausgaben ein ganz zentraler Aspekt, um dich finanziell unabhängig und sicher zu machen. Für mich selbst ist das Thema Anlegen übrigens auch eher Neuland, an das ich mich Stück für Stück herantaste. Ich möchte hier also keineswegs als Experte auftreten, sondern mit dir teilen, worüber ich mich schon informiert und belesen habe.

Wenn du so weit bist, dass du auf deinem Girokonto, über das deine monatlichen Transaktionen laufen, einen Puffer von mindestens 500 Euro (falls etwas zu früh abgebucht wird oder du eine Buchung vergessen hast) und einen Notgroschen für mindestens drei Monate an einem leicht zugänglichen Ort (wie einem Tagesgeldkonto) hast, dann kannst du auch über mittel- und langfristige Ziele nachdenken. Damit meine ich gerade nicht, ab jetzt auf ein Auto/eine Hochzeit/einen Urlaub zu sparen (so etwas solltest du natürlich auch einplanen und dafür sparen, aber das sind eben eher kurzfristige Ziele), sondern wirklich deinen Vermögensaufbau, der dich im Zweifel auch im Alter stützt. Kurz: Du solltest in deine Zukunft investieren.

Stell dir die Frage: Wie kann ich mein Vermögen vergrößern, ohne mehr Arbeit (d.h. Lebenszeit) dafür aufzuwenden?

Investieren – ist das nicht riskant?

Jein. Zunächst einmal ist doch die Frage, ob es wirklich „sicher“ ist, all dein Geld auf einem Konto zu parken, das keine oder kaum Zinsen einbringt. Dank Inflation (aktuell liegt die Rate bei 1 bis 2 %) verliert dein Geld nämlich ständig an Wert – du sparst also brav und  akzeptierst dafür, dass ein Teil deines Geldes einfach verpufft. Das ist der eine Punkt. Der andere ist, dass Anlegen bzw. Investieren nicht bedeuten muss, dass du pokermäßig auf einzelne Aktien setzt und große Risiken eingehst. Auf drei Dinge solltest du achten:

  1. Diversifikation: Wenn ich all mein Geld in eine Aktie stecke und die fällt, verliere ich all mein Geld. Dasselbe passiert, wenn ich all mein Geld in ein Haus stecke und es abbrennt (na gut, vermutlich habe ich da noch eine Versicherung abgeschlossen, die hilft – aber trotzdem). Anlegen ist umso weniger riskant, je mehr du aufteilst.
  2. Verstehe, was du kaufst: Du kennst deine Situation, deine Ziele, deine Werte und auch deine Risikotoleranz selbst am allerbesten. Das ist auch der Grund, warum ich auf diesem Blog nicht irgendwelche Finanzprodukte empfehlen werde. Es ist unfassbar wichtig, dass du dir selbst anguckst, was du kaufst, und auch das Kleingedruckte liest. Wenn z.B. die Bearbeitungsgebühren deinen Zinsertrag übersteigen, verlierst du statt zu gewinnen. Das ist auch der Grund, warum du nicht nur mit dem Ansprechpartner bei deiner Bank reden solltest, da der oft eine Provision bekommt, wenn er dir etwas verkauft, und deshalb oft nicht in erster Linie auf deinen Vorteil sieht! Mir ist das schon passiert – ich habe eine Rentenversicherung abgeschlossen, bei der (wie ich ein Jahr später feststellte) die Gebühren für Abschluss, Verwaltung usw. jegliche Zinsen verschlungen haben. Durch die Kündigung habe ich weniger rausbekommen, als ich eingezahlt habe – aber immerhin kann ich mein Geld ab jetzt anderswo anlegen, wo es weniger hohe Gebühren gibt und ich mehr Kontrolle habe! Genauso solltest du checken, ob deine Investition deinen Werten entspricht (wenn du z.B. die Rüstungsindustrie nicht unterstützen willst, solltest du nach Finanzprodukten gucken, die kein Geld in diesem Sektor anlegen – und auch beim Investieren kannst du auf Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit usw. achten).
  3. Plane erst dein Leben und dann dazu passend den Vermögensaufbau: Klar, keiner weiß genau, was die Zukunft bringt. Aber es ist ziemlich doof, den größten Teil deines angesparten Vermögens irgendwo für fünf Jahre fest anzulegen – weil es dir irgendwer empfohlen hat – obwohl du davon in zwei Jahren voraussichtlich ein Haus kaufen willst! Überleg dir, was du in den nächsten zwei bis zehn Jahren ungefähr vorhast, dann spare und investiere dementsprechend dein Geld kurz-, mittel- und langfristig.

Generell gilt also: Investiere möglichst breit, mit Kenntnis des Finanzproduktes (d.h. auch der damit verbundenen Risiken und Gebühren) und mit einem Plan. Denk auch daran, dass alles, was zu schön ist, um wahr zu sein, auch nicht wahr ist. Keiner bietet dir hohe Zinsen, wenn keinerlei Risiko besteht – ich warne nur, weil erste Erfolge schnell gierig machen können 😉

Nachdem ich nun so viel übers Geldanlegen geredet habe, will ich zumindest (alphabetisch geordnet) ein paar Begriffe nennen, denen du bei Interesse nachgehen kannst und über die ich in Zukunft noch schreiben möchte:

  • Bausparvertrag: Du sicherst dir einen bestimmten Zinssatz für einen Immobilienkredit und bekommst auf deine Ersparnisse Sparzinsen. Dein Geld kannst du dabei nur für Immobilien verwenden. Eine gute Einführung bietet dieses YouTube-Video von Finanzfluss
  • ETFs (Exchange Traded Funds): Fonds, die einen oder mehrere Indizes (ein Index ist sowas wie der DAX in Deutschland oder der Dow Jones in den USA) abbilden. Sie sind passiv gemanaget (d.h. keine Manager stecken dahinter und wählen Aktien aus, sondern die ETFs passen sich von selbst an die Indizes an) und haben deshalb geringere Gebühren als aktiv gemanagte Fonds. Diese Anlagemöglichkeit ist Diversifikation pur und deshalb meiner Meinung nach ziemlich interessant. Einen guten Einstieg bietet dieser Blogartikel von Fortunalista. Sehr empfehlen kann ich aber auch das Ebook zu Vermögensaufbau mit ETFs von Madame Moneypenny, auch wenn es knapp 22 Euro kostet
  • Festgeld: du legst dein Geld fest auf einem Bankkonto an. Dafür, dass du für eine festgesetzte Anzahl von Jahren keinen Zugriff darauf hast und die Bank es verwenden darf, bekommst du höhere Zinsen als auf einem normalen Konto. Das Risiko ist minimal, dafür gleichen die Zinsen zur Zeit gerade einmal die Inflation aus (wenn überhaupt)
  • Immobilien: Du kannst eine Immobilie kaufen, um darin zu wohnen oder sie zu vermieten. Solange die Immobilienpreise steigen, steigt der Wert deines Besitzes. Außerdem kannst du in Immobilienfonds investieren (es gibt auch passive!), du kaufst dabei praktisch kleine Anteile an vielen Immobilien
  • Staatsanleihen: Du leihst einem Staat Geld und bekommst dafür Zinsen. Risiko und Zinsen variieren je nach Staat.
  • P2P-Kredite: über Online-Plattformen leihst du anderen Privatpersonen Geld und bekommst dafür hohe Zinsen. Diese Anlageform ist relativ jung und wird als eher riskant angesehen, sollte also keinen zu großen Teil in deinen Investitionen einnehmen. Sehr empfehlen kann ich erneut die YouTuber von Finanzfluss, die eine ganze Reihe von Videos zu diesem Thema veröffentlicht haben
  • und vieles, vieles mehr!

Ich hoffe, ich habe zumindest andeuten können, dass es neben einzelnen Aktien noch viele weitere, weniger riskante Möglichkeiten gibt, dein Geld anzulegen. Diese Möglichkeiten völlig außer Acht zu lassen und einfach nur Geld auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto anzuhäufen, bedeutet, dass du für jeden Cent arbeiten (d.h. Lebenszeit aufwenden) musst, statt ohne Zeitaufwand mehr Geld für dein Geld zu bekommen. Also fass Mut, informiere dich und sorge selbstständig für deine Zukunft vor 😉

Hast du dich mit dem Thema schon beschäftigt oder sogar erste Erfahrungen gesammelt?

2 Gedanken zu “Wie mache ich mehr aus meinem Geld?

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