Mein simples, erstes Budget

Wenn du dein Geld so nutzen möchtest, dass es dir dein Traumleben ermöglicht statt verwehrt, musst du wissen, wo es herkommt und hingeht sowie ob du aktuell über deinen Verhältnissen lebst – kurz: du musst Kontrolle über deine Finanzen (und damit auch dein eigenes Leben) gewinnen. Das ist etwas Tolles, also mach es dir (vielleicht mit einem Getränk deiner Wahl?) gemütlich. Los geht’s!

Ziel ist es, Stück für Stück ein Budget zu entwickeln, das zu dem Leben passt, das du führen willst. Weil das aber am Anfang kompliziert erscheint und viele vielleicht auch nicht gleich mit Excel arbeiten wollen, stelle ich dir heute mein erstes, extrem simples Budget vor – damit musste ich nicht mehr am Ende des Monats meine Ersparnisse anzapfen! Es ist wirklich einfach, verschafft einen Überblick und kann in einem hübschen, motivierenden Notizbuch angewendet werden. Wenn du gerne mit einer App arbeiten möchtest (da habe ich leider keinerlei Erfahrung), findest du unter Suchbegriffen wie „Budget“ oder „Haushaltsbuch“ jede Menge kostenlose Möglichkeiten.

Schritt 1: Schreib alle Einnahmen eines Monats auf und summiere sie

Das kann eine einzige Zahl sein, z.B. Gehalt: 1000 Euro, oder eine Zusammensetzung (wie es z.B. oft bei Stundenten der Fall ist):

Unterhalt: 400

Gehalt Nebenjob 1: 300

Gehalt Nebenjob 2: 100         –> 800

Diese Summe sind deine Einnahmen. Ziel ist, dass deine Ausgaben diese Summe nicht übersteigen, sondern im Gegenteil etwas zum Sparen übriglassen.

Schritt 2: Schreib alle feststehenden Ausgaben auf und ziehe sie von der Summe deiner Einnahmen ab

Dazu gehören alle monatlichen Fixkosten. Ich empfehle aber auch, dass Posten, die nicht monatlich abgezogen werden, auf den Monat verrechnet werden. Wenn du zum Beispiel jeden Monat 17,50 GEZ einrechnest, wirst du nie wieder eiskalt erwischt werden, wenn im dritten Monat plötzlich 52,50 von deinem Konto abgezogen werden – dasselbe gilt für Versicherungen, Abonnements etc. Auch eintragen solltest du alle festen Sparbeträge (z.B. auf ein Bausparkonto, in die private Altersvorsorge etc. – das ist keine Empfehlung, sondern nur eine Erinnerung, dass auch solche Beträge von deinem Konto runtergehen!). Sieh dir bei diesem Schritt auch gerne noch einmal deine Kontoumsätze der letzten sechs Monate an – du wärest nicht die/der Erste, der einen Posten vergisst.

Bleiben wir bei unserem Studentenbeispiel von 800 Euro monatlich:

– 250 Miete

– 100 Nebenkosten (Gas, Strom, Wasser, falls das nicht in deiner Miete enthalten ist)

– 50 Semesterbeitrag

– 20 Fitnessstudio

– 17,50 GEZ

– 15 Internet

– 10 Handy

– 10 Spenden

– 5 Netflix

– 3 Zeitschriftenabo    –> 319,50

Nach den Fixkosten sind in unserem Beispiel noch 319,50 Euro übrig. Das ist zunächst einmal ein guter Zeitpunkt, um über die Fixkosten zu schauen und zu checken, ob du aus all diesen Dingen etwas gewinnst – d.h. wenn du die Zeitschrift nicht mehr liest oder kaum ins Fitnessstudio gehst, solltest du überlegen, ob du das Abo nicht cancelst und dein Geld für etwas anderes nutzen bzw. sparen möchtest. Dasselbe gilt für die Miete: Wenn sie über die Hälfte deines Einkommens verschlingt, ist es eine Überlegung wert, ob du dir eine günstigere Bleibe suchen möchtest. Ganz besonders über solche Dinge nachdenken musst du, wenn dir nach Abzug der Fixkosten nur noch ein Betrag bleibt, von dem du dich keinesfalls einen Monat lang ernähren, geschweige denn ein bisschen Spaß haben kannst. Wenn du nichts von deinen Fixkosten aufgeben möchtest oder kannst, musst du deinen Fokus darauf richten, die Einnahmen zu erhöhen.

Schritt 3: Rechne dir aus, wieviel dir pro Woche zur Verfügung steht

Das restliche Geld ist das, was du für alle nicht festen Ausgaben (sprich: Essen, Hygiene, Spaß, Transport etc.) zur Verfügung hast. Ich gehe je nach Monat von vier oder fünf Wochen aus und teile das Geld dementsprechend auf (bei vier Wochen wären das im Beispiel ca. 79, bei fünf ca. 64 Euro wöchentlich). Im Notizbuch trage ich dann immer die jeweilige Ausgabe ein, daneben dann das gesamte übrige Geld sowie in Klammern das übrige Geld für diese Woche. Bei einem „vierwöchigen“ Monat mit 319,50 Euro, d.h. 79 wöchentlich, sähe das dann z.B. so aus:

Woche 1:

– 30 Euro Supermarkt –> 289,5 (49)

– 5,30 Euro Shampoo und Spülung –> 284,20 (43,70)

usw.

So könnte der Beginn des nächsten Monats aussehen

Dabei soll natürlich die festgesetzte Summe nicht überschritten werden. Auch nicht feste Einnahmen wie Geldgeschenke würde ich erst hier eintragen oder (noch besser) direkt zu den Ersparnissen legen. Wer hier weiter auffächern will, kann z.B. eine eigene monatliche Kategorie für Vergnügen einplanen – das kann man ganz so machen, wie man möchte – ich fand es aber am Anfang erst einmal schwer genug, den Überblick über meine wöchentlichen Ausgaben in einer großen Gesamtkategorie zu behalten 🙂 Was du hierbei bedenken solltest: In meinem Beispiel ist noch kein Cent gespart worden. Wenn du also in einer finanziell schwierigen Lage bist oder bereits monatlich feste Beträge sparst und bloß deine variablen Ausgaben in den Griff bekommen möchtest, dann hilft dir dieses simple Budget.

Wenn du aber irgendeine Möglichkeit siehst, auch etwas zu sparen (und das ist wahnsinnig, wahnsinnig wichtig), dann solltest du das versuchen – egal mit welchem Betrag, bei mir waren es z.B. anfangs 10 bis 20 Euro monatlich. Hier gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Diejenige, die ich als „sicherer“ betrachte (weil du dich weniger leicht selbst betrügen kannst), ist folgende: Überleg dir, mit wieviel Geld du auskommen kannst (es hilft, wenn du dir vorher einige Wochen lang deine Ausgaben aufgeschrieben hast), und überweise den Rest gleich auf ein separates Sparkonto: wenn du in unserem Beispiel sagst, dass du mit 60 Euro wöchentlich auskommst, dann überweist du 79,50 Euro auf dein Sparkonto – ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“.

Wenn du das nicht möchtest (z.B. weil du keinen Puffer auf dem Konto hast und folglich Überzugszinsen zu befürchten hast, wenn du dein Budget nicht einhältst), kannst du auch erst am Ende eines Monats dein gespartes Geld auf ein Sparkonto überweisen – aber bedenke trotzdem dein Ziel! Du wärst nicht die/der Erste, der sich am Ende des Monats über das übrige Geld freut, sich damit eine Partynacht/einen Film/ein Kleidungsstück kauft…und nachher bereut, den ganzen Monat brav gespart zu haben, um das Geld dann für etwas Unnötiges rausgehauen zu haben statt es für längerfristige Ziele beiseite zu legen.

Indem du dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben verschaffst, machst du einen sehr wichtigen Schritt: Du weißt und kontrollierst jetzt, wofür du dein Geld ausgibst (und kannst folglich überlegen, ob dir jede einzelne Ausgabe Gewinn bringt). Es liegt jetzt also auch in deiner Hand, etwas zu verändern: du kannst überlegen, wie du in deinem Budget Platz zum Sparen schaffst, um große Ziele zu finanzieren und dir mit deinen Ersparnissen Unabhängigkeit von anderen Menschen und unerwarteten Ereignissen zu verschaffen.

Wie denkst du darüber? Hast du bereits ein Budget?

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